Linkin Park – Meteora
Dezember 26, 2007
Normalerweise platzieren Produzenten aus psychologischen Grunden die besten Songs an den Anfang einer CD. Bei Linkin Park ist es genau umgekehrt – und wird zum Erfolgsrezept.
Fast zweieinhalb Jahre mussten Fans der Kalifornier auf ein neues Album warten – die Remix-CD „Re-Animation“ einmal ausgenommen. Die lange Zeit hat sich allerdings gelohnt, denn Linkin Park bleiben ihrer Linie treu.
Das mag fur Kritiker und Freunde musikalischer Weiterentwicklung schmerzlich sein. Kommerziell gesehen ist es aber der richtige Schritt. Die Nummer 1 Positionen des neuen Albums in mehreren Dutzend Landern sprechen Bande. Davon abgesehen mu? man objektiv feststellen, dass „Hybrid Theory“ ein einzigartiges Album war, das verdientermaßen uber acht Millionen mal verkauft wurde.
Wer sich die ersten Tracks von „Meteora“ anhort, wird allerdings tatsachlich enttauscht. „Don’t say“ und „Hit the Floor“ sind einfallslose Fuller, die auch von jeder anderen Band sein konnten. An „Somewhere I belong“ und „Nobody’s listening“ hort man sich ebenfalls sehr schnell satt.
Glucklicherweise ragen andere Songs aber deutlich aus der Masse der uber 80 fur „Meteora“ geschriebenen Songs heraus. Die Balladen-ahnlichen Titel „Easier to run“ und „Breaking the Habit“ zeigen unerwartete gesangliche Qualitaten von Chester Bennington und bieten einen starken Kontrast zu „Hybrid Theory„. Die harteren Titel „Faint“, „Figure 09″ und „From the Inside“ sind im bekannten Linkin Park Stil gehalten und mischen Metal und Rap in der ublichen Weise – und das klingt gut.
Das absolute Highlight haben sich Linkin Park aber fur das Ende der CD aufgehoben. „Numb“ erinnert stark an „Pushing me away“ von „Hybrid Theory„, uberragt diesen Titel aber deutlich. Die dramatischen Lyrics und die unglaublich eingangige Hookline gehen sofort ins Ohr und machen „Numb“ einen sicheren kommenden Singlehit.
„Meteora“ bietet nicht herausragend viel Neues. Wer aber vom „Hybrid Theory“ begeistert war (und wer war das nicht), der sollte uber den schwachen Anfang und die kurze Spielzeit von nur 33 Minuten hinwegsehen und zugreifen.